Real Men Real Food Podcast – Folge 4: Klimawandel

volker/ Dezember 5, 2018/ podcast/ 0Kommentare

UN-Konferenz in Katowice 2018

Heute früh (05.12.2018) habe ich im Deutschlandfunk in einer Anmoderation gehört, dass auf der Tagesordnung das Thema „Ernährung und Klima“ steht.
Mein erster Gedanke war: „Na endlich, wurde auch Zeit!“, dann habe ich mich eigentlich nur gefreut, dass den seit Monaten immer im Zusammenhang mit den Auswirkungen auf die Erderwärmung genannten Themen „Häuser energetisch sanieren“, Elektromobilität vorantreiben“ und „Kohlekraftwerke abschalten“ nun endlich diesem weiteren wichtigen und in der Verantwortung jedes Einzelnen liegenden Bereich Aufmerksamkeit gewidmet wird.

Bei meinen Recherchen stieß ich auf die Broschüre Nr. 2251 des BMU (Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit), als pdf-Datei einzusehen unter www.bmu.de.
Diese wurde unter dem Namen „Nationales Programm für nachhaltigen Konsum“ (NPNK) im Februar 2016 herausgegeben.
Erstaunlich, was darin zu lesen ist:
13.300 Gramm CO2 und über 15.400 Liter Wasser verursacht bzw. benötigt die „Produktion“ von einem Kilogramm Rindfleisch – für ein Kilogramm Tomaten sind es 340 Gramm CO2 und 214 Liter Wasser!
Wenn das mal kein Ansatz ist um meine persönliche CO2-Bilanz aufzupeppen und meinen Wasserverbrauch drastisch zu reduzieren.

Für einmal Duschen benötigen wir im Schnitt ca. 60 Liter H2O. Eine einfache Rechnung zeigt mir, dass 256 mal duschen oder 1 Kilogramm Rindfleisch essen genau gleich viel Wasser verbraucht.

Also ich persönlich dusche lieber 256 mal mit gutem Gewissen, als dass ich ein Kilogramm Rindfleisch verzehre!

Die Broschüre des BMU aus dem Jahr 2016 ist ziemlich aktuell.
Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass die Problematik bereits vor über 11 Jahren von der „Food and Agricultural Organization oft he United Nations“ (FAO) erkannt und dokumentiert wurde.
In dieser Studie aus dem Jahr 2007 wurde herausgestellt, dass die Viehzucht verantwortlich ist für 18% der weltweiten Treibhausgasemissionen – mehr als der gesamte Verkehrssektor (Individualverkehr, Transportwesen, Schiffs- und Flugverkehr) pro Jahr freisetzt!
Zusätzlich ist die Viehzucht für große Teile der Bodenerosionen, der Wasserverschmutzung und des Wasserverbrauchs verantwortlich.

5 Dinge, mit denen man beim Kauf/Verzehr von Lebensmitteln dazu beitragen kann, seinen CO2-Fussabdruck und seinen Wasserverbrauch zu reduzieren:
Pflanzliche statt tierische Lebensmittel kaufen und verzehren
Freilandgemüse/-obst sind Produkten aus dem Treibhaus vorzuziehen (Verhältnis CO2-Emissionen Freiland zu Treibhaus liegt bei Tomaten bei 1:8, bei Bohnen sogar bei 1:28; Quelle: Jungbluth 2000)
Produkte aus ökologischen Landbau sind jenen aus konventionellem Anbau vorzuziehen
Regionale Produkte nutzen
Saisonal einkaufen und essen

Ein Vergleich der Ernährungsweisen „Fleischesser“, Vegetarier“ und „Veganer“ (nachzulesen unter: https://www.bmu.de/themen/wirtschaft-produkte-ressourcen-tourismus/produkte-und-konsum/produktbereiche/konsum-und-ernaehrung/) verdeutlicht den Unterschied beim Wasserverbrauch und bei der Belastung der Umwelt durch Treibhausgasemissionen:
Ein fleischessender Mensch produziert pro Jahr ca. 1,75 Tonnen Treibhausgase, ein vegetarisch lebender Mensch 1,16 Tonnen und ein vegan lebender Mensch 0,94 Tonnen. Beim Wasserverbrauch erreichen Fleischesser/innen astronomische Werte mit 1.580m3, das sind sage und schreibe 1.580.000 Liter H2O, Vegetarier/innen kommen auf 1.060.000 Liter und Veganer/innen auf 710.000 Liter pro Kopf und Jahr.

Wir reden beim Umweltschutz immer von „Häusle dämmen“, „E-Autos kaufen und ÖPNV nutzen“, „Kohlekraftwerke abschalten“ und „Flugverzicht“.
Ganz klar: das sind wichtige Bereiche, denen Aufmerksamkeit und Anstrengungen gewidmet werden müssen.
Ein mindestens genauso wichtiger Baustein, der zudem noch viel einfacher und unproblematischer umgesetzt werden kann, ist der Umstieg auf eine rein pflanzliche Lebensweise!
Bereits die Reduktion des bisherigen Verzehrs von tierischen Produkten bringt in Summe der Menschheit so enorm viel, dass kein Weg daran vorbeiführt.

In Deutschland werden pro Kopf und Jahr ca. 11 Tonnen CO2 und Äquivalente (also alle Treibhausgase) freigesetzt.
Das sind in Summe 910 Millionen und 690 Tausend Tonnen!!

Das ist zwar mein Wunschdenken und so mit Sicherheit nicht sofort umsetzbar, aber um die Relationen klar zu machen:

Würden alle 82,79 Millionen Menschen in Deutschland auf eine rein pflanzliche Ernährung umsteigen könnte pro Kopf und Jahr ca. 800 Kilogramm Treibhausgase weniger ausgestoßen werden.
Das sind über 66.000.000 Tonnen weniger pro Jahr (ca. 7,2% Einsparung der bisherigen Emissionen).

Jeder einzelne Mensch kann auf vielfältige Weise dazu beitragen die Klimaerwärmung zu reduzieren und hoffentlich ganz zu stoppen.

Mit einem stärkeren Gewichtung auf eine rein pflanzliche Ernährung oder sogar einem kompletten Umstieg kann man genussvoll dazu beitragen, Nebenwirkungen wie eine Verbesserung der eigenen Gesundheit und ein ethisch und moralisch gutes Gewissen sind nicht ausgeschlossen 😉

-Steffen

Im Podcast in dieser Reihenfolge erwähnt:
Kölner Nikolauslauf
Happy Cheeze
Der Graslutscher
Cowspiracy

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